Das Tethys Forschungsinstitut

Das Tethys Forschungsinstitut ist eine gemeinnützige Forschungseinrichtung, welche den Meeresschutz durch Wissenschaft und öffentliches Bewusstsein unterstützt. Das Institut wurde 1986 von Giuseppe Notarbartolo di Sciara und Egidio Gavazzi gegründet, und ist zur Zeit im städtischen Aquarium von Milano in Italien untergebracht. Seit seinen Anfängen hat Tethys Forschungs- und Naturschutzaktivitäten zu Meeressäugern gefördert, insbesondere zu Cetaceen (Wale und Delfine) und den kritische gefährdeten mediterranen Mönchsrobben, obwohl Untersuchungen auf Mobula Mantas und Meeresschildkröten ausgeweitet wurden. Forschungsaktivitäten fanden größtenteils im Mittelmeer statt, aber auch im schwarzen Meer, dem Nordatlantik, der Karibik, dem roten Meer und der Antarktis. Über fast drei Dekaden Arbeit hat Tethys eines der größten Datensätze über mediterrane Cetaceen (online verfügbar) erstellt, und vermittelte die Ergebnisse seiner Forschungsaktivitäten während einer breiten Reihe an Meetings, Workshops und Konferenzen, ebenso in Hunderten von wissenschaftlichen Publikationen. Genutzte Forschungsmethoden umfassen Populationsstudien basierend auf Distanzstichproben (vom Flugzeug und der Oberfläche) und fotografischen Capture-Recapture-Methoden, Fernerkundung, bioakustischen Untersuchungen, Verhaltensuntersuchungen, Fernerfassung von Biopsieproben für genetische und toxikologische Analysen, das kombinierte Nutzen von Laser-Entfernungsmessungs-Ferngläsern und GPS um die Bewegungen der Wale aufzunehmen, und historische Studien. Basierend auf seinen Statuten, ist das Hauptziel von Tethys der Schutz der Meeresumwelt, erreicht durch die Bereitstellung wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Naturschutzpolitik, und die Teilnahme am internationalen Prozess des Naturschutzes, wie das Verknüpfen und Zusammenarbeiten mit Organisationen wie der Biodiversitäts-Konvention (CBD), der Konvention zur Erhaltung wandernder Tiere (CMS), der Barcelona Konvention zum Schutz des Mittelmeeres gegen Verschmutzung, das Abkommen zur Erhaltung von Cetaceen im schwarzen Meer, dem Mittelmeer und der angrenzenden atlantischen Zone (ACCOBAMS), und der internationalen Union zum Schutz der Natur (IUCN), der internationalen Walfangkommission (IWC). Dementsprechend hat Tethys erstmals die Erstellung eines symbolträchtigen geschützten Areals erdacht und vorgeschlagen, dem Pelagos Schutzgebiet zur Erhaltung von mediterranen Meeressäugern (1991), welches auch das erste maritime Schutzgebiet weltweit war, welches über nationale Gerichtsbarkeit hinaus gegründet wurde. Seit 1990 widmet sich Tethys der Überwachung der 8 Arten von Cetaceen, welche es bewohnen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil von Tethys Beitrag zum Meeresschutz ist öffentliche Aufmerksamkeit, erreicht durch die Präsenz des Institutes in den sozialen Medien, in bekannten Medien und öffentlichem Fernsehen, außerdem durch die Beteiligung von Tausenden von Menschen aus aller Welt als freiwillige Forschende an seinen Erhaltungsaktivitäten (Schiffsreisen und Feldversuche). Im Jahr 1987 initiiert, ist Tethys Beteiligung von Freiwilligen an seinen Forschungen das  weltweit am längsten bestehende Programm von bürgernaher Wissenschaft. Förderungen erlangt Tethys  von staatlichen Zuschüssen, privaten Spendern, Programmen der europäischen Kommission, und Beiträgen von freiwilligen Forschungshelfern. Die Arbeit von Tethys basiert auf der Zusammenarbeit von ungefähr 30 Verbänden und Mitarbeitern.